Sarkomforschung am WTZ

 

Das Essener Sarkomzentrum am Westdeutschen Tumorzentrum gehört zu den größten Zentren für die Behandlung von Sarkomen (einschließlich GIST) in Europa und behandelt jährlich über 400 Patienten aus ganz Deutschland und dem Ausland.

 

Die Sarkomforschung am Westdeutschen Tumorzentrum setzt sich zusammen aus dem Forschungslabor „Translationale Sarkomforschung“ (in den letzten Jahren gefördert u.A. durch die Deutsche Krebshilfe, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Life-Raft-Group, Jackstädt-Stiftung, Förderverein der Inneren Klinik (Tumorforschung)), der Sarkomstudiengruppe sowie Projektgruppen, die individuelle Aspekte der Sarkomtherapie analysieren und validieren.

 

Das Labor für Translationale Sarkomforschung (Leitung: Prof. Dr. Sebastian Bauer) beschäftigt sich im Schwerpunkt mit der Erforschung von Resistenzmechanismen sowie mit der Entwicklung neuartiger Therapiestrategien für Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) und andere Weichteilsarkome. Diesbezüglich arbeiten wir an der Optimierung sowie dem Ausbau vorhandener Tumormodelle, insbesondere auch Modellen, die die Resistenzentwicklung gegenüber Standardtherapien abbilden können. Zudem versuchen wir "im Reagenzglas" mögliche Resistenzmechanismen auch gegenüber Therapien, die sich noch in der Entwicklung befinden, im Vorgriff zu erzeugen und besser zu verstehen. Ein weiterer Bestandteil unserer Arbeit liegt in der Validierung neuer Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen, um eine rasche Übersetzung präklinischer Erkenntnisse in klinische, für Patienten nutzbare Therapien zu ermöglichen. Aufgrund der Seltenheit von Sarkomen stellen diese wertvollen Tumormodelle die wichtigste Rationale für die Durchführung von Studien dar.

 

Die Sarkomstudiengruppe führt Therapiestudien zur Optimierung bestehender Therapien sowie zur Prüfung neuer Therapiesubstanzen durch. Dabei besteht eine enge Verzahnung mit der Studieneinheit für frühe klinische Studien (Phase I-Unit), bei der Patienten auch Therapien erhalten können, die noch in einem frühen Entwicklungsstadium sind. Mithilfe von Studienkoordinatoren, Studien-Schwestern bzw. Datenmanagern und Ärzten nehmen wir sowohl an großen Netzwerkstudien (z.B. der Europäischen Weichteilsarkom-Arbeitsgruppe EORTC-STBSG) als auch in enger Kooperation mit der forschenden Industrie an frühen klinische Studien teil (Phase I, II und III). Informationen zu aktuellen Studien erhalten Sie HIER.

 

Mithilfe einer stetig wachsenden klinischen Datenbank von über 4000 Patienten mit Weichteilsarkomen, die in den letzten Jahren an unserer Klinik behandelt wurden, versuchen wir zudem Faktoren zu identifizieren, die uns helfen, die wirksamsten Therapien für den einzelnen Patienten zu identifizieren. Schwerpunkte dieser Projekte sind dabei z.B. der Stellenwert der Chemotherapie als Sicherheitstherapie, die Besonderheiten seltener Ursprungsorte von Sarkomen, seltener Sarkomsubgruppen, aber auch die Validierung hoch-spezialisierter Therapieverfahren, wie u.A. die Isolierte Extremitäten-Perfusion, Metastasenresektionen z.B. in der Lunge, oder auch zielgerichtete Strahlentherapien. Zukünftig wollen wir uns zudem mit den Langzeitfolgen multimodaler Therapien (also der Kombination aus Chemotherapie, Operation und Strahlentherapie) der wachsenden Zahl von Langzeit-Überlebenden Patienten beschäftigen.

 

Projekte, die mit Hilfe des Erlöses der Sarkomtour realisiert werden konnten, bzw. durch die wichtige Vorarbeiten für spätere Forschungsanträge durchgeführt werden können:

  • „Plasma-Sequenzierung von zirkulierender DNA bei Sarkompatienten“ – Tumoren „verlieren“ im Rahmen des raschen Wachstums DNA (Erbsubstanz), die sich aus dem Blut isolieren lässt. Mithilfe einer hoch-auflösenden Sequenzierung (sog. NGS-Sequenzierung), versuchen wir einen einfachen Test zur Analyse von Tumor-DNA aus dem Blut zu etablieren. Wir hoffen, dass damit ev. Biopsien oder Operationen zur Gewebegewinnung vermieden werden können.
  • „Analyse von Immun-Profilen bei Sarkomen mit Hilfe von Immunhistochemie und Nano-String-Technologie“ – Immuntherapien stellen den aktuell größten Fortschritt in der Krebsmedizin dar und haben insbesondere für Patienten mit schwarzem Hautkrebs aber auch mit Lungenkrebs beeindruckenden klinischen Nutzen bewiesen. Aufgrund der Seltenheit von Sarkomen, gibt es bislang praktisch keine Laborstudien oder Klinischen Studien, die untersuchen, ob auch Sarkompatienten von diesen Therapien profitieren können. Wir hoffen, mit Hilfe dieser Analysen, Sarkomsubgruppen identifizieren zu können, die von Immuntherapien profitieren.
  • „Analyse klinischer (Organfunktion, Motorik) und psychosozialer Effekte von Sarkomtherapien bei Langzeitüberlebenden mit Sarkomen“. Dieses Projekt soll Langzeiteffekte von Therapien untersuchen und diesbezüglich ggf. beeinflussbare Faktoren zur Vermeidung von Nebenwirkungen identifizieren.

Ausgewählte Veröffentlichungen der Arbeitsgruppe der letzten Jahre finden Sie HIER.

 

Zur Realisierung dieser Projekte versuchen wir, mit Hilfe von Spenden und Sponsoren, Geld zu sammeln.

Die deutsche Sarkom-stiftung

 

(ehemals Das Lebenshaus)

 

Die Deutsche Sarkom-Stiftung ist eine gemeinsame Organisation von Patienten und Experten. Sie setzt sich dafür ein, die Situation für Sarkom-Patienten in Deutschland zu verbessern – engagiert, qualitäts-, ergebnis- und patientenorientiert. Dafür engagiert sie sich in verschiedenen Bereichen: Information, Forschung, Fortbildung, Versorgungsstrukturen inkl. Etablierung von spezialisierten Sarkom-Zentren, Diagnose- und Behandlungsqualität, als auch Patienteninformation und Interessensvertretung.

 

Mehr Informationen finden Sie HIER.

Stiftung Universitätsmedizin

Gemeinsam Gesundheit fördern – über die medizinische Grundversorgung hinaus: Mit diesem Anspruch ist die Stiftung Universitätsmedizin angetreten, um wichtige Förderprojekte und wegweisende Ideen auf dem Gebiet der Universitätsmedizin Essen zu realisieren. Ihre Ziele sind die Stärkung innovativer Forschung, die Sicherung einer exzellenten Ausbildung zukünftiger Ärztinnen und Ärzte sowie der Ausbau einer optimalen Krankenversorgung. Möglich wird dies durch das Engagement zahlreicher privater Spenderinnen und Spender sowie Unternehmenspartnern.

 

Eines der Förderprojekte der Stiftung ist die Stärkung der Sarkomforschung am WTZ, um sie bei ihrem Ziel zu unterstützen, Sarkompatienten einen frühzeitigen Zugang zu neuen Therapien zu ermöglichen sowie neue Therapieformen in die etablierten, interdisziplinären Therapien zu integrieren. Daher unterstützt die Stiftung Universitätsmedizin die Sarkomtour seit 2015 als Veranstalter. 

 

Mehr Informationen unter www.universitaetsmedizin.de