Sarkomforschung am WTZ

 

Das Essener Sarkomzentrum am Westdeutschen Tumorzentrum gehört zu den größten Zentren für die Behandlung von Sarkomen (einschließlich GIST) in Europa und behandelt jährlich über 400 Patienten aus ganz Deutschland und dem Ausland.

 

Die Sarkomforschung am Westdeutschen Tumorzentrum setzt sich zusammen aus dem Forschungslabor „Translationale Sarkomforschung“ (in den letzten Jahren gefördert u.A. durch die Deutsche Krebshilfe, Deutsche Forschungsgemeinschaft, Life-Raft-Group, Jackstädt-Stiftung, Förderverein der Inneren Klinik (Tumorforschung)), der Sarkomstudiengruppe sowie Projektgruppen, die individuelle Aspekte der Sarkomtherapie analysieren und validieren.

 

Das Labor für Translationale Sarkomforschung (Leitung: Prof. Dr. S. Bauer) beschäftigt sich im Schwerpunkt mit der Erforschung von Resistenzmechanismen sowie mit der Entwicklung neuartiger Therapiestrategien für Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) und andere Weichteilsarkome. Diesbezüglich arbeiten wir einmal an der Optimierung sowie dem Ausbau vorhandener Tumormodelle, insbesondere auch Modellen, die die Resistenzentwicklung gegenüber Standardtherapien abbilden können. Zudem versuchen wir "im Reagenzglas" mögliche Resistenzmechanismen auch gegenüber Therapien, die sich noch in der Entwicklung befinden, im Vorgriff zu erzeugen und besser zu verstehen. Ein weiterer Bestandteil unserer Arbeit liegt in der Validierung neuer Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen, um eine rasche Übersetzung präklinischer Erkenntnisse in klinische, für Patienten nutzbare Therapien zu ermöglichen. Aufgrund der Seltenheit von Sarkomen stellen diese wertvollen Tumormodelle die wichtigste Rationale für die Durchführung von Studien dar.

 

Die Sarkomstudiengruppe führt Therapiestudien zur Optimierung bestehender Therapien sowie zur Prüfung neuer Therapiesubstanzen durch. Dabei besteht eine enge Verzahnung mit der Studieneinheit für frühe klinische Studien (Phase I-Unit), bei der Patienten auch Therapien erhalten können, die noch in einem frühen Entwicklungsstadium sind. Mithilfe von Studienkoordinatoren, Studien-Schwestern bzw. Datenmanagern und Ärzten nehmen wir sowohl an großen Netzwerkstudien (z.B. der Europäischen Weichteilsarkom-Arbeitsgruppe EORTC-STBSG) als auch in enger Kooperation mit der forschenden Industrie an frühen klinische Studien teil (Phase I, II und III). Informationen zu aktuellen Studien erhalten Sie hier.

 

 Mithilfe einer stetig wachsenden klinischen Datenbank von über 3000 Patienten mit Weichteilsarkomen, die in den letzten Jahren an unserer Klinik behandelt wurden, versuchen wir zudem Faktoren zu identifizieren, die uns helfen, die wirksamsten Therapien für den einzelnen Patienten zu identifizieren. Schwerpunkte dieser Projekte sind dabei z.B. der Stellenwert der Chemotherapie als Sicherheitstherapie, die Besonderheiten seltener Ursprungsorte von Sarkomen, seltener Sarkomsubgruppen, aber auch die Validierung hoch-spezialisierter Therapieverfahren, wie u.A. die Isolierte Extremitäten-Perfusion, Metastasenresektionen z.B. in der Lunge, oder auch zielgerichtete Strahlentherapien. Zukünftig wollen wir uns zudem mit den Langzeitfolgen multimodaler Therapien (also der Kombination aus Chemotherapie, Operation und Strahlentherapie) der wachsenden Zahl von Langzeit-Überlebenden Patienten beschäftigen.

 

Projekte, die mit Hilfe des Erlöses der Sarkomtour realisiert werden könnten, bzw. durch die wichtige Vorarbeiten für spätere Forschungsanträge durchgeführt werden können:

 

  • „Plasma-Sequenzierung von zirkulierender DNA bei Sarkompatienten“ – Tumoren „verlieren“ im Rahmen des raschen Wachstums DNA (Erbsubstanz), die sich aus dem Blut isolieren lässt. Mithilfe einer hoch-auflösenden Sequenzierung (sog. NGS-Sequenzierung), versuchen wir einen einfachen Test zur Analyse von Tumor-DNA aus dem Blut zu etablieren. Wir hoffen, dass damit ev. Biopsien oder Operationen zur Gewebegewinnung vermieden werden können.

 

  • „Analyse von Immun-Profilen bei Sarkomen mit Hilfe von Immunhistochemie und Nano-String-Technologie“ – Immuntherapien stellen den aktuell größten Fortschritt in der Krebsmedizin dar und haben insbesondere für Patienten mit schwarzem Hautkrebs aber auch mit Lungenkrebs beeindruckenden klinischen Nutzen bewiesen. Aufgrund der Seltenheit von Sarkomen, gibt es bislang praktisch keine Laborstudien oder Klinischen Studien, die untersuchen, ob auch Sarkompatienten von diesen Therapien profitieren können. Wir hoffen, mit Hilfe dieser Analysen, Sarkomsubgruppen identifizieren zu können, die von Immuntherapien profitieren.

 

  • „Analyse klinischer (Organfunktion, Motorik) und psychosozialer Effekte von Sarkomtherapien bei Langzeitüberlebenden mit Sarkomen“. Dieses Projekt soll Langzeiteffekte von Therapien untersuchen und diesbezüglich ggf. beeinflussbare Faktoren zur Vermeidung von Nebenwirkungen identifizieren.

 

Ausgewählte Veröffentlichungen der Arbeitsgruppe der letzten Jahre finden Sie hier.

 

Zur Realisierung dieser Projekte versuchen wir, mit Hilfe von Spenden und Sponsoren, Geld zu sammeln.

Das Lebenshaus

Das Lebenshaus e.V. ist eine gemeinnützige Organisation von Patienten für Patienten. Ihre Mission ist es – gemeinsam mit medizinischen Experten, der forschenden Industrie, Krankenkassen, der Patienten-/Selbsthilfeszene und anderen Vertretern des Gesundheitssystems – die Informations-, Behandlungs- und Forschungssituation für Patienten mit den Diagnosen GIST, Sarkom oder Nierenkrebs zu optimieren. Sie wollen so dazu beitragen, die Überlebens- und Lebenssituation der Patienten zu verbessern.

 

Seit Gründung des Vereins am 24. Juni 2003 besteht die Sektion für Patienten mit der Krebserkrankung GIST (Gastrointestinale Stromatumoren) und deren Begleiter. Der Bereich Nierenkrebs im Lebenshaus wurde im Februar 2008 etabliert. Seit September 2009 finden außerdem Betroffene mit Sarkomen und deren Familien eine Plattform im Lebenshaus. Durch die drei Indikationsbereiche GIST, Sarkome und Nierenkrebs repräsentiert „Das Lebenshaus e.V." etwa 6% aller Tumor-Neuerkrankungen in Deutschland.

„Das Lebenshaus e.V." ist ein gemeinnütziger Non-Profit Verein, ohne Einflussnahme Dritter. Er finanziert sich durch Fördermitgliedschaften, Privatspenden, Firmenspenden, Sponsoring, Benefizaktivitäten sowie Mitarbeit in EU-geförderten Projekten.

 

Mehr Informationen finden Sie hier.